Leben, lernen und arbeiten in Kanada

Die begrenzten Kontingente für Eltern- und Großeltern-Visa-Anträge stellen Kandidaten und ihre Sponsoren weiter vor Probleme. Nachdem man im vorigen Jahr die „Verlosung“ der Plätze beendet hatte und zur „first-come, first-served“ Methode zurück gekehrt war, soll 2020 wieder gelost werden. Die Auswahl unter dem 2019 Parents and Grandparents (PGP) Program konnte man getrost als Fehlschlag bezeichnen - bereits am ersten Tag nach Programmöffnung gingen mehr Interessensbekundungen ein, als neue Visaanträge im Jahr 2019 bearbeitet werden konnten.

 

Jetzt soll also wieder gelost werden. Marco E. L. Mendicino, der Minister für Einwanderung, Flüchtlinge und Staatsbürgerschaft, verkündete, dass interessierte Sponsoren ab dem 13. Oktober 2020 drei Wochen Zeit hätten, ihr Interesse am PGP Program zu bekunden. Aus diesen würden dann nach dem Zufallsprinzip 10.000 Kandidaten ausgewählt. Diese erhalten eine Einladung, innerhalb von 60 Tagen einen Antrag auf Sponsorship und Einwanderung zu stellen.

 

Für 2021 sollen dann 30.000 Plätze für Eltern und Großeltern zur Verfügung stehen.

 

 

 

  Das Pilotprojekt für Einwanderer in der spouse or common-law partner in Canada class (SCLPC class) ist verlängert worden - "The pilot program has been extended until the regulatory changes have been completed to permanently implement this policy" heißt es dazu aus dem Einwanderungsministerium. Gute Nachricht für alle also, die mit Ihrem Partner in Kanada zusammenleben wollen.

Wer sich in Kanada befindet und einen Antrag auf Familienzusammenführung mit dem Ehe- oder Lebenspartner stellt, kann weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen bis zur Entscheidung des Einwanderungs-Antrags eine offene Arbeitserlaubnis (open work permit) erhalten. Das teilte das Einwanderungsministerium Immigration, Refugees and Citizenship Canada mit. Näheres dazu findet man auf der Website des Ministeriums, z.B. auf dieser Seite.

 

 

Im Tagesspiegel erschien ein aufschlussreicher Artikel von Luisa Hommerich über kanadische Community Colleges und Cégeps (Kanadische Colleges: halb Berufsschule, halb FH - Das Handwerk hat akademischen Boden). Diese alternative Ausbildungsform kann unter Umständen auch für Europäer interessant sein, die langfristig „leben und arbeiten“ in Kanada anstreben. Denn wie bei Uni-Studiengängen können College-Absolventen nach erfolgreichem Abschluss ein Post-graduation Work Permit erhalten. Diese offene Arbeitserlaubnis kann für eine Zeitdauer erteilt werden, die der Dauer des Studiums entspricht, bis zu einer Höchstdauer von 3 Jahren. Das Post-graduation Work Permit kann nicht länger gültig sein als das zuvor absolvierte Studium oder College-Programm (welches mindestens eine Länge von 8 Monaten haben muss).

Für eine neue Möglichkeit zur Einwanderung ist der Startschuss gefallen. Ein Pilotprogramm soll ausgewählten Gemeinden im ländlichen Raum und im Norden des Landes die Rekrutierung von Einwanderern ermöglichen, die in der lokalen Wirtschaft gebraucht werden. Der Rural and Northern Immigration Pilot soll – wie schon der Atlantic Immigration Pilot – Einwanderung in eher strukturschwache Gebiete fördern. Informationen zu den bisher teilnehmenden Gemeinden, ihren Schwerpunkten für die Rekrutierung sowie teilweise Jobangebote findet man auf der Pilot-Seite des Einwanderungsministerium. Dass noch nicht alle teilnehmenden Gemeinden dort eine Community Website für ihre Rolle beim Rural and Northern Immigration Pilot beingestellt haben, mag auch COVID-19 geschuldet sein.

 

Das Bewerbungverfahren für das Working Holiday Program und die anderen Kategorien des International Experience Canada (IEC) Programs haben sich signifikant verändert. Zwar werden für 2016 wieder wie im Vorjahr 5.000 IEC Arbeitsvisa an Deutsche zwischen 18 und 35 Jahren vergeben. Doch diesmal kommen alle Interessenten, die sich online bewerben, zuerst mal in einen Interessenten-Pool. Aus den Pools werden nach und nach Kandidaten gezogen, die sich dann in sogenannten rounds of invitation um die begehrten Workvisa bewerben können, ebenfalls online.

Die erste round of invitations für Deutsche in den Programmen Working Holiday (Open Work Permit), Young Professionals und International Co-op liefen laut Info des Einwanderungsministeriums am 16. Dezember 2015 an. Weitere Infos hier.

Update: Für Deutsche gibt es - Stand 14. Januar 2016 - auf jeden Fall noch freie Plätze im Young Professionals und im International Co-op Program. Im Working Holiday Program wartet man indes weiter auf neue Nachrichten.