Leben, lernen und arbeiten in Kanada

  Das Pilotprojekt für Einwanderer in der spouse or common-law partner in Canada class (SCLPC class) ist bis zum 31. Januar 2019 verlängert worden. Gute Nachricht für alle also, die mit Ihrem Partner in Kanada zusammenleben wollen.

Wer sich in Kanada befindet und einen Antrag auf Familienzusammenführung mit dem Ehe- oder Lebenspartner stellt, kann weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen bis zur Entscheidung des Einwanderungs-Antrags eine offene Arbeitserlaubnis (open work permit) erhalten. Das teilte das Einwanderungsministerium Immigration, Refugees and Citizenship Canada mit. Näheres dazu findet man auf der Website des Ministeriums, z.B. unter https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/corporate/publications-manuals/operational-bulletins-manuals/temporary-residents/foreign-workers/special-initiatives-pilot-project/partner.html.

 

 

 

 Wurden in den vergangenen Jahren die begrenzten Kontingente für Eltern- und Großeltern-Visa nach dem „First come, first served“ Prinzip vergeben, so wurden 2017 erstmals die vorhandenen Plätze unter den Interessenten verlost. Dieses Verfahren wird auch 2018 vom kanadischen Einwanderungsministerium angewendet.

 

Das alte Verfahren hatte dazu geführt, dass es ein Wettrennen um die knappen Plätze gegeben hatte – z.T. mit bizarren Auswirkungen. Es war nämlich entscheidend, zu welchem Zeitpunkt ein vollständiger Antrag mit allen Papieren beim Processing Center einging. Darauf hin hatten Kurierfirmen teure Spezialangebote aufgelegt, die garantieren sollten, das Anträge ganz vorn in der Schlange vor dem Processing Center landen sollten. Damit ist nun seit Anfang 2017 Schluss – statt Geld entscheidet der Zufall. 30 Tage lang können sich Interessen (d.h. Kanadier oder Permanent Residents, die ihre Eltern oder Großeltern für die Einwanderung sponsern wollen) nun ab dem 02. Januar 2018 online für das Verfahren anmelden, danach werden aus diesen 10.000 Menschen ausgelost, die ihren Antrag stellen dürfen. Wer kein Glück hat, kann es dann 2019 noch einmal versuchen. (Quelle: IRCC, https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/immigrate-canada/family-sponsorship/sponsor-parents-grandparents/tell-us-you-want-sponsor-parent-grandparent.html).

 

Die kanadischen Behörden teilten soeben mit, dass die eTA (electronic Travel authority, auch als elektronisches Visum bekannt, siehe dazu unseren Beitrag an anderer Stelle) zwar grundsätzlich nötig sei für nicht-visapflichtige Staatsangehörige, diese aber bis zum 09. November 2016 auch ohne eTA ein Flugzeug nach Kanada besteigen können, sofern sie gültige Reisepapiere/ Reisepässe besitzen. Die kanadischen Beamten dürfen bis zu diesem Datum Personen ohne eTA ins Land lassen, wenn diese alle anderen Kriterien für eine Einreise erfüllen. Die eTA Pflicht wird also faktisch bis 09. November 2016 aufgeschoben. Dies ist bereits die zweite Verschiebung und scheint auf technische Schwierigkeiten hinzudeuten.

 

Ab dem 19. November 2016 gibt es beträchtliche Änderungen für Einwanderungswillige, die über das Express Entry Verfahren nach Kanada kommen wollen. Hier die Änderungen kurzgefasst:

  • weniger Punkte/Ranking Points für Arbeitsangebote. Waren es bisher 600 Punkte, so sind es nunmehr nur noch 50 (bei NOC 0, A or B Berufen) oder 200 Punkte (bei NOC 00 Berufen, höhere Manager oder Offizielle).

  • Labour Market Impact Assessment (LMIA)/Arbeitsmarktprüfung durch Arbeitsagentur ist nicht mehr bei allen Arbeitsangeboten vorgeschrieben. So brauchen z.B. Intra-company transferees, die sich schon in Kanada auf einer Arbeitserlaubnis befinden und bereits 1 Jahr für ihren kanadischen Arbeitgeber gearbeitet haben, keine LMIA mehr um Ranking Points zu bekommen.

  • Arbeitsangebote müssen nicht mehr unbefristet sein. Arbeitsangebote mit einer Mindest-Dauer von 1 Jahr sind nun zulässig unter Express Entry.

  • Extra Ranking Points gibt es nun für Studienabschlüsse in Kanada oberhalb des High School Niveaus.

  • Antragsteller haben nun 90 statt bisher 60 Tage Zeit, Ihren Antrag auf Permanent Residence zu stellen, nachdem Sie eine Invitation to apply erhalten haben.

 

Quelle: Mitteilungen des kanadischen Einwanderungsministeriums

 

 

Die Verschärfungen beim Temporary Foreign Worker Program über die letzten Jahre haben zu strengen Auflagen für Arbeitgeber und Einschränkungen für ausländische Arbeitnehmer geführt. Besonders Unternehmen in Alberta, so berichtet der Calgary Herald, befürworten eine Reform oder Abschaffung des Programms. Es führe für die ausländischen Arbeitskräfte zu oft in eine Sackgasse, besonders für geringer qualifizierte gäbe es kaum Übergänge zur Permanent Residence in Kanada. Und die Arbeitgeber verlören wertvolle und eingearbeitete Arbeitskräfte, weil die Temporary Worker spätestens nach einigen Jahren das Land verlassen müssten. Unternehmensvertreter äußerten sich anlässlich einer bevorstehenden Überprüfung des Temporary Foreign Worker Program vor dem "Standing Committee on Human Resources, Skills and Social Development, and Status of Persons with Disabilities", einem Parlamentsausschuss.