Eine neue Möglichkeit für Einwanderer soll sich im Laufe des Jahres 2019 eröffnen. Das kündigte das Ministerium für Einwanderung, Flüchtlinge und Staatsbürgerschaft an. Ein Pilotprogramm soll ausgewählten Gemeinden im ländlichen Raum und im Norden des Landes die Rekrutierung von Einwanderern ermöglichen, die in der lokalen Wirtschaft gebraucht werden. Der Rural and Northern Immigration Pilot soll – wie schon der Atlantic Immigration Pilot – Einwanderung in eher strukturschwache Gebiete fördern. Was das genau für Einwanderungsinteressierte bedeutet und welche Anforderungen an Antragsteller gestellt werden, wurde noch nichtbekannt. Man darf gespannt sein. (Quellen: https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/immigrate-canada/rural-northern-immigration-pilot-about.html und https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/news/2019/01/new-federal-immigration-program-to-support-middle-class-jobs-in-rural-and-northern-communities.html ).

 

 

Wurden in den vergangenen 2 Jahren die begrenzten Kontingente für Eltern- und Großeltern-Visa-Anträge noch verlost, so wurde für 2019 das Verfahren wieder auf die „first-come, first-served“ Methode umgestellt. Viel verbessert hat sich für Antragsteller aber nicht.

Beim Losverfahren waren etliche kanadische Sponsoren und Ihre ausländischen Eltern oder Großeltern leer ausgegangen. Deren Familienzusammenführung scheiterte oder verschob sich – in Anbetracht des fortgeschrittenen Alters vieler Interessenten sanken so die Chancen einer Übersiedlung nach Kanada oft deutlich. Die angekündigte Abschaffung des Losverfahrens und die Erhöhung der zugelassenen Visaantragszahlen für Eltern und Großeltern auf 20.000 für 2019 hatten da neue Hoffnungen geweckt.

Allerdings musste die Einwanderungsbehörde nun mitteilen, dass  die Annahme von Interessensbekundungen für diese Visum noch am Tag der Programmeröffnung, dem 28. Januar 2019, gestoppt werden musste. Bereits an diesem ersten Tag gingen mehr Interessensbekundungen ein, als neue Visaanträge im Jahr 2019 bearbeitet werden können (Quelle: https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/immigrate-canada/family-sponsorship/sponsor-parents-grandparents/tell-us-you-want-sponsor-parent-grandparent.html)

Interessenten, die am ersten Tag keine Interessensbekundung online abgaben oder abgeben konnten, schauen nun in die Röhre. Es gibt allerdings noch eine gewisse Hoffnung, dass  im Laufe des Jahres  noch Plätze im Programm frei werden – durch nicht gestellte oder abgebrochene Anträge (siehe ebenfalls https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/immigrate-canada/family-sponsorship/sponsor-parents-grandparents/tell-us-you-want-sponsor-parent-grandparent.html).

  Das Pilotprojekt für Einwanderer in der spouse or common-law partner in Canada class (SCLPC class) ist bis zum 31. Juli 2020 verlängert worden. Gute Nachricht für alle also, die mit Ihrem Partner in Kanada zusammenleben wollen.

Wer sich in Kanada befindet und einen Antrag auf Familienzusammenführung mit dem Ehe- oder Lebenspartner stellt, kann weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen bis zur Entscheidung des Einwanderungs-Antrags eine offene Arbeitserlaubnis (open work permit) erhalten. Das teilte das Einwanderungsministerium Immigration, Refugees and Citizenship Canada mit. Näheres dazu findet man auf der Website des Ministeriums, z.B. unter https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/corporate/publications-manuals/operational-bulletins-manuals/temporary-residents/foreign-workers/special-initiatives-pilot-project/partner.html.

 

 

 

Ab dem 19. November 2016 gibt es beträchtliche Änderungen für Einwanderungswillige, die über das Express Entry Verfahren nach Kanada kommen wollen. Hier die Änderungen kurzgefasst:

  • weniger Punkte/Ranking Points für Arbeitsangebote. Waren es bisher 600 Punkte, so sind es nunmehr nur noch 50 (bei NOC 0, A or B Berufen) oder 200 Punkte (bei NOC 00 Berufen, höhere Manager oder Offizielle).

  • Labour Market Impact Assessment (LMIA)/Arbeitsmarktprüfung durch Arbeitsagentur ist nicht mehr bei allen Arbeitsangeboten vorgeschrieben. So brauchen z.B. Intra-company transferees, die sich schon in Kanada auf einer Arbeitserlaubnis befinden und bereits 1 Jahr für ihren kanadischen Arbeitgeber gearbeitet haben, keine LMIA mehr um Ranking Points zu bekommen.

  • Arbeitsangebote müssen nicht mehr unbefristet sein. Arbeitsangebote mit einer Mindest-Dauer von 1 Jahr sind nun zulässig unter Express Entry.

  • Extra Ranking Points gibt es nun für Studienabschlüsse in Kanada oberhalb des High School Niveaus.

  • Antragsteller haben nun 90 statt bisher 60 Tage Zeit, Ihren Antrag auf Permanent Residence zu stellen, nachdem Sie eine Invitation to apply erhalten haben.

 

Quelle: Mitteilungen des kanadischen Einwanderungsministeriums

 

Der kürzlich veröffentlichte Immigation Plan der neuen liberalen Regierung brachte für Einwanderungswillige eine unangenehme Überraschung: Die Zahl der für 2016 geplanten Visa für Einwanderer in den Kategorien Federal Skilled Worker, Skilled Trades, Canadian Experience Class, Caregivers und Business wird geringer sein als 2015. Dafür werden mehr Flüchtlinge nach Kanada kommen können und mehr Menschen werden ein Visum zur Familienzusammenführung erhalten. Insgesamt werden aber immer noch zwischen  172.100 und 186.700 Einwander über die Economic Class 2016 nach Kanada kommen. Es wurde von der Regierung angedeutet, dass in den nächsten Jahren mit einem Wiederansteigen der Zahlen für die Economic Immigrants zu rechen sei.

Im Tagesspiegel erschien ein aufschlussreicher Artikel von Luisa Hommerich über kanadische Community Colleges und Cégeps (Kanadische Colleges: halb Berufsschule, halb FH - Das Handwerk hat akademischen Boden). Diese alternative Ausbildungsform kann unter Umständen auch für Europäer interessant sein, die langfristig „leben und arbeiten“ in Kanada anstreben. Denn wie bei Uni-Studiengängen können College-Absolventen nach erfolgreichem Abschluss ein Post-graduation Work Permit erhalten. Diese offene Arbeitserlaubnis kann für eine Zeitdauer erteilt werden, die der Dauer des Studiums entspricht, bis zu einer Höchstdauer von 3 Jahren. Das Post-graduation Work Permit kann nicht länger gültig sein als das zuvor absolvierte Studium oder College-Programm (welches mindestens eine Länge von 8 Monaten haben muss).

Das Bewerbungverfahren für das Working Holiday Program und die anderen Kategorien des International Experience Canada (IEC) Programs haben sich signifikant verändert. Zwar werden für 2016 wieder wie im Vorjahr 5.000 IEC Arbeitsvisa an Deutsche zwischen 18 und 35 Jahren vergeben. Doch diesmal kommen alle Interessenten, die sich online bewerben, zuerst mal in einen Interessenten-Pool. Aus den Pools werden nach und nach Kandidaten gezogen, die sich dann in sogenannten rounds of invitation um die begehrten Workvisa bewerben können, ebenfalls online.

Die erste round of invitations für Deutsche in den Programmen Working Holiday (Open Work Permit), Young Professionals und International Co-op liefen laut Info des Einwanderungsministeriums am 16. Dezember 2015 an. Weitere Infos hier.

Update: Für Deutsche gibt es - Stand 14. Januar 2016 - auf jeden Fall noch freie Plätze im Young Professionals und im International Co-op Program. Im Working Holiday Program wartet man indes weiter auf neue Nachrichten.